Professor:innen-Forum
Das Forum ergänzt als interaktives Angebot den Podcast zur Wissenschaftsdidaktik, der Professor:innen mit der Hochschuldidaktik ins Gespräch bringt (ProfCast). Am HUL ist es das einzige Angebot, das sich gezielt an die Gruppe der Professor:innen an der Universität Hamburg richtet und einmal im Semester zum gegenseitigen Austausch einlädt.
Informell denken wir zu den Forumsterminen – begrenzt auf 90 Minuten – über die Zukunft der universitären Lehre nach, lassen Gespräche aus dem Podcast Revue passieren, greifen neue Ideen und Themen auf und/oder führen wissenschaftsdidaktische Gespräche auf der Basis eines Vortragsimpulses.
Hintergrund: Wissenschaftsdidaktik
Wissenschaftsdidaktik lädt dazu ein, Lehre vom Fach aus zu denken und gemeinsam zwischen Hochschuldidaktik und Fachwissenschaften zu entwickeln. Was steckt dahinter?
Eine Universität vereint viele Fachwissenschaften unter einem Dach. Fachwissenschaftliche Forschung hat Einfluss auf den Kanon an Wissen, der Studierenden über die Lehre zugänglich gemacht wird. Gute Lehre aber vermittelt Studierenden nicht nur bestehendes Wissen, sondern eröffnet ihnen auch einen Zugang zu den Strategien und Methoden, mit denen man zu neuem Wissen kommt: Forschen, Lehren und Lernen sind entsprechend zusammenzudenken.
Die Verbindung zwischen Forschung und Lehre ist keine Einbahnstraße. Lehre kann auch auf Forschung zurückwirken – dann nämlich, wenn Studierende über forschendes Lernen in die Wissensgenerierung eingebunden werden, Wissenschaftler:innen über die Systematisierung und Aufbereitung von Erkenntnissen neue Einsichten gewinnen, eine Öffnung der Lehre für Themen und Akteure der Gesellschaft zu neuen Fragestellungen und Methoden inspirieren.
Forschungszugänge, wissenschaftliche Denk- und Handlungsweisen, Kommunikations- und Publikationskulturen unterscheiden sich von Fachwissenschaft zu Fachwissenschaft – mit Auswirkungen auf die Lehre und Herausforderungen für Interdisziplinarität. Mögen allgemein-didaktische Erkenntnisse zum universitären Lehren und Lernen in vielen Fällen für alle Fächer gelten, so braucht forschungsnahe Lehre auch eine fachwissenschaftliche Prägung. In diesem Sinne erweitert Wissenschaftsdidaktik die Hochschuldidaktik.
Aktuelle Termine und Anmeldung
Online-Forum am 8. Juni 2026 von 15.30–17.00 Uhr
„Die Zukunft des akademischen Übens“
In einem Universitätsstudium geht es nicht nur darum, Erkenntnisse aus der Forschung ihres Faches kennenzulernen. Studierende sollen auch selbst fachwissenschaftlich denken und arbeiten lernen, um urteils- und handlungsfähig zu werden. Dazu bedarf es des Übens, das in der Hochschuldidaktik erstaunlich wenig behandelt wird. Das Einüben akademischer Tätigkeiten – disziplinspezifisch in unterschiedlicher Ausprägung – gerät jedoch mit der ubiquitären Nutzung generativer KI-Systeme zunehmend unter Druck. In der hochschuldidaktischen Beratung, auch an der Universität Hamburg, wird immer häufiger das Problem beschrieben, dass nicht mehr Studierende, sondern KI Übungsaufgaben erledigen. Übungsangebote im Lehrbetrieb werden auf diese Weise ad absurdum geführt.
Das Forum lädt dazu ein, Erfahrungen zu diesem Phänomen auszutauschen: In welchen Fächern treten solche oder ähnliche Phänomene auf? Wie sind diese zu bewerten? Wie gehen Lehrende damit um? Der Online-Termin startet mit einem Kurzimpuls von 10 Minuten. Primär dient das Forum im Anschluss dem Erfahrungsaustausch in Kleingruppen und im Plenum. Ziel ist es, sich über dieses Phänomen zu verständigen, möglichen Ursachen nachzuspüren und jenseits von einfachen Rezepten gemeinsam didaktische Handlungsoptionen für eine Zukunft des akademischen Übens auszuloten.
Das Forum findet statt am 8. Juni 2026 von 15.30–17.00 Uhr, digital per ZOOM.
Anmeldung
Das Forum ist Teil des Professor:innen-Angebots am HUL. Um eine kurze Anmeldung per E-Mail bei gabi.reinmann"AT"uni-hamburg.de wird gebeten. Mit der Rückantwort wird der ZOOM-Link versendet.
Archiv
8. Januar 2026: „Die didaktische Sicht auf Künstliche Intelligenz (KI) in der Hochschulbildung“ (online)
Künstliche Intelligenz stellt die Hochschulbildung vor große Herausforderungen, die kontrovers diskutiert werden – abhängig von der jeweils eingenommenen Perspektive. In ihrem Impulsvortrag nahm Gabi Reinmann eine didaktische Perspektive ein. Konkret machte sie ein „Sprachangebot“ und stellte einige Kategorien vor, die möglicherweise helfen, die aktuellen Fragen und Herausforderungen didaktisch zu betrachten. Dazu war zunächst zu klären, was es heißt, einen didaktischen Blick einzunehmen. Gabi Reinmann griff hierzu unter anderem auf traditionelle Konzepte wie das didaktische Dreieck zurück, denn damit lässt sich gut analysieren, was KI derzeit und künftig mit dem Verhältnis zwischen Lehrenden, Studierenden und der Wissenschaft als Gegenstand von Hochschulbildung macht bzw. machen kann. Der Vortrag lieferte keine „Instant Lösungen“, aber ein Denkwerkzeug, das dabei helfen kann, didaktische Entscheidungen in Zeiten von KI zu treffen.
Dies aufgreifend bot das Forum in der zweiten Hälfte Raum für eine gemeinsame Diskussion mit der Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit KI in der Hochschulbildung auszutauschen.
Dieses Professor:innen-Forum fand online statt am 8. Januar 2026.
13. Mai 2025: "Die Gesellschaft für die Didaktik der Rechtswissenschaft: Entwicklung, Ziel und Vorbild für andere Disziplinen?" (online)
Die im November 2024 gegründete Gesellschaft für Didaktik der Rechtswissenschaft (GfDR) hat sich zum Ziel gesetzt, den fachdidaktischen Diskurs in der Rechtswissenschaft zu verstetigen und im Sinne einer Professionalisierung zu verbessern sowie die an der juristischen Ausbildung beteiligten Akteure in Wissenschaft, Politik und Praxis miteinander zu vernetzen. Dabei geht es um die Verbesserung der Juristenausbildung in Staatsexamensstudiengängen, aber auch um die juristische Ausbildung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und in der Praxis, etwa im Referendariat.
Prof. Dr. Julian Krüper, Vorsitzender des Vorstands der GfDR, berichtete über Gründung und Aufgaben der Gesellschaft sowie die damit verbundenen Erwartungen und diskutierte im Professor:innen-Forum mit den Teilnehmenden, inwieweit die GfDR Vorbild für fachspezifische Wissenschaftsdidaktiken in anderen Disziplinen sein könnte.
Dieses Professor:innen-Forum fand online statt am 13. Mai 2025.
8. Oktober 2024: "Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Lehre verschiedener Disziplinen und Fächer"
Thematisch ging es um die Frage, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede uns in der Lehre verschiedener Disziplinen und Fächer begegnen, wo sich didaktisches Handeln fachübergreifend und wo nur fachspezifisch sinnvoll denken lässt und mit welchen praktischen Implikationen das verbunden ist. Zum Auftakt stellte Gabi Reinmann in einem halbstündigen Impulsvortrag das Konzept der Wissenschaftsdidaktik und verwandte internationale Konzepte vor. Die Teilnehmenden konnten außerdem ihre eigenen Anliegen und Erfahrungen einbringen.
Das Professor:innen-Forum fand statt am Dienstag, den 8. Oktober 2024 von 15.30 bis 17.00 Uhr in Präsenz in der Jungiusstraße 9, Raum 321, statt
4. April 2024: "Potenziale des Podcastens"
Thematisch machten wir die Potenziale des Podcastens für Lehre und Forschung selbst zum Thema und leiteten dies mit einem Gastvortrag von Prof. Dr.-Ing. Dr. phil. Dominikus Herzberg, Professor für Informatik an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), ein: „Podcasten als wissenschaftsdidaktische Laborumgebung“.
Das Professor:innen-Forum fand statt am Donnerstag, den 04. April 2024 von 15.00 bis 16.30 Uhr in Präsenz in der Jungiusstraße 9 (Raum 321) .