Faces of MHE
Eine dauerhaft angelegte digitale Galerie der Alumni des MHE. Hier finden Sie die individuellen Erfahrungen mit dem MHE, Entwicklungen und Perspektiven nach dem Studium sowie persönliche und berufliche Einblicke in die Werdegänge ehemaliger Studierender.
Thomas Kötter, Absolvent 2025

Sie haben den Master Higher Education (MHE) abgeschlossen: Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Mir sind besonders die multidisziplinären Diskussionen in Erinnerung geblieben. Dieser Blick über den eigenen fachlichen Tellerrand ist aus meiner Sicht einer der „unique selling points“ dieses Masterstudienganges. Das besonders hohe Engagement der Dozentinnen ist ebenfalls ein Merkmal des MHE, an das ich mich noch lange erinnern werde.
Die Studierenden des MHE kommen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen – eine Besonderheit dieses Studiengangs: Was ist Ihre fachliche Herkunft und „Prägung“?
Ich habe Medizin und Public Health studiert, arbeite als Allgemeinmediziner in Forschung, Lehre und Patientenversorgung. Insofern bin ich stark medizinisch sozialisiert und geprägt.
Was der MHE an Inhalten und Methoden anbietet, harmoniert mal gut mit dem Herkunftsfach, mal gibt es Reibung, mal entsteht Neues: Wie ist das bei Ihnen gewesen?
In meiner wissenschaftlichen Tätigkeit im Bereich Aus-, Fort- und Weiterbildung von Gesundheitsberufen habe ich mich bereits vor dem MHE aus einem breiten Methodenkoffer bedient. DBR habe ich im Studium als übergeordnetes Konzept kennengelernt, das mir geholfen hat, Methoden noch zielgenauer einzusetzen und den Einsatz besser begründen zu können. Das ist für mich, der ich keine geistes- oder sozialwissenschaftliche Vorprägung hatte, ein großer Sprung nach vorne.
Die Verknüpfung von Studium und Beruf ist uns im MHE wichtig: Wie haben Sie in Ihrer beruflichen Praxis von dem profitiert, was Sie im Studium gelernt haben?
Synergieeffekte zwischen Studium und meiner eigenen wissenschaftlichen Tätigkeit haben mir das Absolvieren des Masters erst möglich gemacht. Fast in jedem Modul gab es Inhalte, die ich direkt mit in den Berufsalltag nehmen konnte und oft konnte ich Aufgaben mit Themen kombinieren, die mich tagtäglich ohnehin beschäftigen. Mein Masterarbeitsprojekt hätte ich wohl auch ohne das Studium in Angriff genommen. Von der theoretischen Fundierung, der methodischen Ausgestaltung bis hin zur Einordnung der Ergebnisse hat es aber von dem, was ich im MHE gelernt habe, eindeutig stark profitiert.
Der MHE wird berufsbegleitend und online studiert; mit Personen, Themen und Forschungszugängen in Resonanz zu treten, ist auch in diesem Modus möglich: Welche Resonanzerfahrungen haben Sie persönlich gemacht?
Trotz der räumlichen Distanz zu Dozentinnen und Kommiliton*innen und der Tatsache, dass ich aufgrund meiner verlängerten Studiendauer die Module nicht in einer mehr oder weniger festen Gruppe belegt habe, hat sich schnell ein Gefühl der Vertrautheit eingestellt. Die Gespräche und Diskussionen mit Personen, die einen völlig anderen beruflichen Hintergrund als ich hatten, haben oft ein stärkeres Resonanzgefühl hervorgerufen als das Agieren in der eigenen „Bubble“.
Wenn Sie das Potenzial des MHE für akademische und berufliche Ziele betrachten: Welche Empfehlungen können Sie MHE-Studierenden und Studieninteressierten geben?
Wem es vor allem darum geht, sich einen (weiteren) Master in den Lebenslauf schreiben zu können, wird das woanders mit weniger Einsatz erreichen können. Für mich war der MHE kein potentiell „karrierewirksamer“ Abschluss, sondern eine inhaltliche und persönliche Horizonterweiterung. Der MHE hilft dir nicht in erster Linie, einen guten Job zu bekommen, sondern einen guten Job zu machen.
Nicole Ondrusch, Absolventin 2025

Sie haben den Master Higher Education (MHE) abgeschlossen: Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg bewertet Drittmitteln nach Forschungsmitteln und anderen Mitteln, die in allen Metriken nicht relevant sind. Eines meiner Projekte wurde mit einem einzigen Wort in letztere Kategorie eingeteilt: Lehrbezug. Ich hatte also ein Projekt gemacht, das kein „richtiges“ Forschungsprojekt ist, weil es einen Lehrbezug hat. Der MHE hat mir wunderbar gezeigt, dass Lehre und Forschung sehr gut zusammenpassen, und hat mir Selbstvertrauen für meine Projekte mit Lehrbezug gegeben.
Die Studierenden des MHE kommen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen – eine Besonderheit dieses Studiengangs: Was ist Ihre fachliche Herkunft und „Prägung“?
Ich habe Wirtschaftsmathematik studiert (also im Wesentlichen Mathematik mit Informatik und gelegentlich die ein oder andere Vorlesung in Wirtschaft), in Informatik promoviert und später noch einen Master in Politik, Philosophie und Wirtschaft gemacht.
Was der MHE an Inhalten und Methoden anbietet, harmoniert mal gut mit dem Herkunftsfach, mal gibt es Reibung, mal entsteht Neues: Wie ist das bei Ihnen gewesen?
Design-Based Research hat mich fasziniert: Diese Art zu forschen passt gut zur Informatik, wo häufig nach Design Science gearbeitet wird. Während meines Studiums hatte ich mich damit zunächst nicht auseinandergesetzt. Der MHE hat mir geholfen, auch dieses Forschungsgenre der Informatik zu verstehen und um ehrlich zu sein: auch ernster zu nehmen.
Die Verknüpfung von Studium und Beruf ist uns im MHE wichtig: Wie haben Sie in Ihrer beruflichen Praxis von dem profitiert, was Sie im Studium gelernt haben?
Ich bin zur Didaktik-Beauftragten der Hochschule ernannt worden. Ich weiß nicht, ob das auch ohne die Aufnahme des Studiums geschehen wäre, aber es war sicherlich ein Grund. Der MHE hat mich so geprägt, dass ich in meiner Lehre ständig auf Fragen stoße und mir denke: „Das müsste man strukturierter herausfinden“. Manchmal tue ich das auch.
Der MHE wird berufsbegleitend und online studiert; mit Personen, Themen und Forschungszugängen in Resonanz zu treten, ist auch in diesem Modus möglich: Welche Resonanzerfahrungen haben Sie persönlich gemacht?
Interessanterweise laufen mir nun – vielleicht fällt es mir jetzt auch erst auf – immer wieder MHE-Absolvent*innen oder Student*innen über den Weg: in der Akademie Ausgezeichnete Hochschullehre oder bei den DigiFellows in Baden-Württemberg – eigentlich überall. Das zeigt mir, für wie viele unterschiedliche Menschen auf so vielen unterschiedlichen beruflichen Wegen das Studium des MHE interessant sein kann.
Wenn Sie das Potenzial des MHE für akademische und berufliche Ziele betrachten: Welche Empfehlungen können Sie MHE-Studierenden und Studieninteressierten geben?
Ich fürchte, ich bin nicht so richtig gut im Geben von Empfehlungen, weil jede Situation ganz individuell ist. Mir hat gefallen, dass im Studiengang alle, also Dozent*innen wie auch Kommiliton*innen, sehr entspannt mit der Länge des Studiums umgegangen sind nach dem Motto: Lieber mehr „mitnehmen“ und sich Zeit nehmen, als schnell alles absolvieren. Diese Haltung gehört eigentlich nicht zu meinen Kerneigenschaften, aber nach dem zweiten Semester konnte ich mich darauf einlassen, und es war ganz wunderbar – vielleicht genau deswegen: Sich für das Studium Zeit zu nehmen, ist im MHE vermutlich sogar gewünscht; man sollte die Ruhe finden, die Inhalte auch in die eigene berufliche Praxis einfließen zu lassen.
Michael Pandey, Absolvent 2025

Sie haben den Master Higher Education (MHE) abgeschlossen: Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Drei Punkte habe ich besonders in Erinnerung: 1. Der bereichernde Austausch mit den Dozentinnen sowie Kommiliton*innen während der einzelnen Module und darüber hinaus. 2. Die thematisch sehr ansprechenden und vielfältigen Inhalte, durch die man zahlreiche Impulse zur (Selbst-)Reflexion erhalten hat. 3. Die durchweg sehr gute und professionelle Betreuung bezogen auf einzelne Leistungen während des Studiums wie als auch auf die Abschlussarbeit.
Die Studierenden des MHE kommen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen – eine Besonderheit dieses Studiengangs: Was ist Ihre fachliche Herkunft und „Prägung“?
Nach einem Ausflug in die Mathematik und Physik bin ich zur Germanistik und Geschichte gekommen und habe darin ein gymnasiales Lehramtsstudium an der Universität Stuttgart absolviert. Anschließend habe ich mich auf den Bereich Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache (DaF/DaZ) sowie die non-direktive wissenschaftliche Schreibberatung spezialisiert.
Was der MHE an Inhalten und Methoden anbietet, harmoniert mal gut mit dem Herkunftsfach, mal gibt es Reibung, mal entsteht Neues: Wie ist das bei Ihnen gewesen?
Zu Beginn des MHE-Studiums habe ich bereits einige Jahre im Bereich DaF/DaZ unterrichtet. Der dortige Praxisbezug ist stark und es fehlen wissenschaftlich fundierter Reflexionstools; das hat mir nie zugesagt. Mit dem MHE konnte ich diesem „Mangel“ an theoretischem Input für mich begegnen. So konnte ich mich beispielsweise in meiner Masterarbeit mit dem Spannungsverhältnis zwischen Praxisbezug und theoretischer Fundierung bezogen auf die DaF/DaZ-Lehrendenausbildung auseinandersetzen und so für diesen Bereich etwas Neues generieren.
Die Verknüpfung von Studium und Beruf ist uns im MHE wichtig: Wie haben Sie in Ihrer beruflichen Praxis von dem profitiert, was Sie im Studium gelernt haben?
Mir hat z.B. die Kenntnis unterschiedlicher DBR-Modelle geholfen, wissenschaftlich fundierten Unterricht zu entwickeln: Das hilft mir in inhaltsorientierten Kursformaten, in denen ich im Gegensatz zu lehrwerksgestützten Kursen deutlich freier in der Auswahl von Inhalten und Kurskonzepten bin. Auch das Wissen um unterschiedliche Denkkulturen, wie ich sie durch das Modul Wissenschaftsforschung kennengelernt habe, war und ist sowohl für die Konzeption meiner MINT-fachsprachlichen Kurse als auch für meine Tätigkeit als Schreibberater sehr nützlich.
Der MHE wird berufsbegleitend und online studiert; mit Personen, Themen und Forschungszugängen in Resonanz zu treten, ist auch in diesem Modus möglich: Welche Resonanzerfahrungen haben Sie persönlich gemacht?
Im Laufe des Studiums konnte ich viele interessante Gespräche führen. Der Austausch war sehr fruchtbar und gab mir Impulse, über andere Sichtweisen zu reflektieren wie auch eigene Ideen zu verschiedenen Themenfeldern in den Diskurs einzubringen.
Wenn Sie das Potenzial des MHE für akademische und berufliche Ziele betrachten: Welche Empfehlungen können Sie MHE-Studierenden und Studieninteressierten geben?
Meiner Ansicht nach bietet der MHE die Möglichkeit, auch in einer späteren Lebensphase nochmal aus dem Arbeitsalltag auszubrechen und neues wissenschaftlich fundiertes Wissen zu erwerben, das nicht nur unmittelbar der Praxis dient, wie dies bei Weiterbildungen oft der Fall ist. Die Forschungsorientierung des MHE gibt die Chance, ein reflektiertes Verständnis von sich selbst und seinem bisherigen Tun zu entwickeln. Die Heterogenität der Fachkulturen, aus denen die Studierenden stammen, ermöglicht den so oft geforderten, aber selten eingelösten Blick über den Tellerrand und eröffnet eine Diskurskultur, wie es sie aktuell zu selten gibt.
Lisa Scheer, Absolventin 2025

Sie haben den Master Higher Education (MHE) abgeschlossen: Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Einiges! Es waren arbeitsintensive Semester. Den MHE neben einer Vollerwerbstätigkeit zu studieren, verlangt Opfer ab. Hobbies und Freundschaften haben auf jeden Fall darunter gelitten. Gleichzeitig war ich mit vollem Interesse, enormer Motivation und Wissbegierde dabei und bin nach wie vor beeindruckt, mit welch geballter Ladung an Wissen und Expertise ich in Berührung gekommen bin. In Erinnerung bleiben werden mir ganz besonders die ausgezeichneten digitalen Kompetenzen der Lehrenden – die OpenOlat-Kurse waren ein Genuss!
Die Studierenden des MHE kommen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen – eine Besonderheit dieses Studiengangs: Was ist Ihre fachliche Herkunft und „Prägung“?
Ich habe an der Universität Graz Soziologie studiert und anschließend im Schnittfeld von Geschlechter-, Körper- und Sportsoziologie promoviert. Parallel habe ich einen MA in Gender Studien studiert. Insofern ist meine fachliche Prägung eine klar (geschlechter-)soziologische.
Was der MHE an Inhalten und Methoden anbietet, harmoniert mal gut mit dem Herkunftsfach, mal gibt es Reibung, mal entsteht Neues: Wie ist das bei Ihnen gewesen?
Mir waren Inhalte und Methoden größtenteils vertraut, sie haben sich zu meinem Herkunftsfach Soziologie harmonisch verhalten. Design-Based Research war für mich jedoch völlig neu und wirkt daher noch am stärksten nach, weil es dazu viele Fragezeichen und Unsicherheiten gab.
Die Verknüpfung von Studium und Beruf ist uns im MHE wichtig: Wie haben Sie in Ihrer beruflichen Praxis von dem profitiert, was Sie im Studium gelernt haben?
Meine berufliche Tätigkeit war die Hauptmotivation, den MHE zu absolvieren. Wo es mir bei den Prüfungsleistungen möglich war, habe ich auf Bezüge zu meiner Berufstätigkeit geachtet: Das DBR-Projekt habe ich zur Beforschung des Reflexionsinstruments Lehrportfolio genutzt, das ich an der Uni Graz verantworte; meine MA-Arbeit setzt den Grundstein für die Weiterentwicklung von Berufungsverfahren, in die ich involviert bin. Zudem hat der MHE dazu beigetragen, mein tägliches Handeln auf solidere wissenschaftliche Beine stelle.
Der MHE wird berufsbegleitend und online studiert; mit Personen, Themen und Forschungszugängen in Resonanz zu treten, ist auch in diesem Modus möglich: Welche Resonanzerfahrungen haben Sie persönlich gemacht?
Das waren im Lauf des Studiums sehr viele, daher nur exemplarisch: Die Ansätze aus der Wissenschaftsdidaktik etwa haben mich stark angeregt und begleiten mich immer noch, ebenso die Lehr-Lernforschung. Außerdem denke ich an schöne Resonanzerfahrungen mit Lehrenden und Studienkolleg*innen, die mich wegen ihrer herzlichen Art und/oder ihrer Expertise begeistern.
Wenn Sie das Potenzial des MHE für akademische und berufliche Ziele betrachten: Welche Empfehlungen können Sie MHE-Studierenden und Studieninteressierten geben?
Studierende sollten sich ihrer Studienziele und -motivation gewahr zu werden und die Freiheiten des Studiums unter Berücksichtigung dieser Ziele und Motivation bewusst zu nutzen, um gezielt Expertise zu Themen und Zugängen aufzubauen, das Wissen in eigene berufliche Aufgaben einfließen zu lassen, das Kompetenzprofil zu schärfen und/oder in zukünftigen Bewerbungen zu punkten. Wichtig ist zudem, die Erwartungen an das Studium mit den bereitgestellten Informationen abzugleichen und zu reflektieren, inwiefern beides übereinstimmt; so kann Enttäuschungen, Studienverzögerung oder -abbruch vorgebeugt werden. Schließlich kann soziales Kapital im Studium aufgebaut werden, das aber Networking und Proaktivität verlangt. Die Lehrenden und Kommiliton*innen sind eine unschätzbare Ressource!
Alice Watanabe, Absolventin 2021

Sie haben den Master Higher Education (MHE) abgeschlossen: Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Für mich war das DBR-Projekt besonders prägend, da ich dort erstmals mit gestaltungsbasierter Forschung gearbeitet habe. Der iterative Prozess und die Entwicklung eines konkreten bildungswissenschaftlichen Gegenstands eröffneten mir eine neue Perspektive auf wissenschaftliches Arbeiten und philosophisches Forschen. Zudem ist mir der Austausch mit Studierenden aus unterschiedlichen Disziplinen und Karrierestufen sehr in Erinnerung geblieben. Die verschiedenen Sichtweisen waren mitunter irritierend und stellten die eigenen Annahmen von Bildung und Lehre infrage. Sie waren aber auch unglaublich fruchtbar und spannend.
Die Studierenden des MHE kommen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen – eine Besonderheit dieses Studiengangs: Was ist Ihre fachliche Herkunft und „Prägung“?
Ich bin Philosophin und habe an der Humboldt-Universität zu Berlin einen Master mit Schwerpunkt Praktische Philosophie abgeschlossen. Darüber hinaus habe ich Abschlüsse in Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsgeschichte und Politikwissenschaft.
Was der MHE an Inhalten und Methoden anbietet, harmoniert mal gut mit dem Herkunftsfach, mal gibt es Reibung, mal entsteht Neues: Wie ist das bei Ihnen gewesen?
Die offene Arbeitsweise des MHE mit viel eigenständiger Lektüre und großen Freiheiten war mir aus den Geisteswissenschaften bereits vertraut. Neu und zunächst herausfordernd waren für mich dagegen empirische und gestaltungsbasierte Forschungsansätze, die jedoch rückblickend mein methodisches Verständnis deutlich erweitert haben.
Die Verknüpfung von Studium und Beruf ist uns im MHE wichtig: Wie haben Sie in Ihrer beruflichen Praxis von dem profitiert, was Sie im Studium gelernt haben?
Der MHE war eine zentrale Vorbereitung für meine Dissertation. Hier entwickelte ich meine bildungsphilosophischen Interessen weiter und legte den Grundstein für meine Promotion bei Gabi Reinmann, die ich im Herbst 2024 abgeschlossen habe. Zudem erweiterte der Studiengang mein wissenschaftliches Netzwerk und führte unter anderem zu einer Stelle am Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen.
Der MHE wird berufsbegleitend und online studiert; mit Personen, Themen und Forschungszugängen in Resonanz zu treten, ist auch in diesem Modus möglich: Welche Resonanzerfahrungen haben Sie persönlich gemacht?
Für mich war die Online-Struktur entscheidend, um Studium, Beruf und Privatleben miteinander zu verbinden. Anfangs war ich skeptisch, ob Zusammenarbeit und Austausch auf Distanz gut funktionieren würden. Rückblickend kann ich sagen, dass die flexiblen Formate und die Offenheit der Lehrenden maßgeblich zu einer gelungenen Umsetzung des Online-Formats beigetragen haben.
Wenn Sie das Potenzial des MHE für akademische und berufliche Ziele betrachten: Welche Empfehlungen können Sie MHE-Studierenden und Studieninteressierten geben?
Ich würde empfehlen, den MHE bewusst als Experimentierraum zu nutzen, um eigene Interessen zu schärfen, neue Perspektiven kennenzulernen und sich fachlich zu positionieren. Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass ein berufsbegleitendes Studium Verbindlichkeit erfordert, weshalb mir klare Deadlines und feste Arbeitsgruppen sehr geholfen haben.
Dominikus Herzberg, Absolvent 2019
Sie haben den Master Higher Education (MHE) abgeschlossen: Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Fasziniert und begeistert haben mich die disziplinäre und berufliche Vielfalt von uns Studierenden im MHE und die Lehrenden, die das aufgeschlossen und produktiv aufgenommen haben. Der diskursive Charakter des Studiums ist großartig. Besonders gefallen hat mir die Offenheit für eigene Themensetzungen. Ich konnte mich mit Themen beschäftigen, die für mich im Hochschulkontext relevant waren. So war das Studium für mich im besten Sinne theoretisch wie auch anwendungsorientiert.
Die Studierenden des MHE kommen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen – eine Besonderheit dieses Studiengangs: Was ist Ihre fachliche Herkunft und „Prägung“?
Ich bin Professor für Informatik an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Was mir an dem Beruf besonders viel Spaß macht, ist die anwendungsorientierte Lehre.
Was der MHE an Inhalten und Methoden anbietet, harmoniert mal gut mit dem Herkunftsfach, mal gibt es Reibung, mal entsteht Neues: Wie ist das bei Ihnen gewesen?
Design-Based Research hat mich neugierig gemacht, dennoch habe ich diesen Forschungsansatz anfangs nicht wirklich verstanden. Bis mir der Brückenschlag zur HAW-Informatik gelang, die ich ebenfalls als gestaltungsorientiert verstehe. Daraus sollte tatsächlich etwas Neues entstehen, nämlich Publikationen zu DBR.
Die Verknüpfung von Studium und Beruf ist uns im MHE wichtig: Wie haben Sie in Ihrer beruflichen Praxis von dem profitiert, was Sie im Studium gelernt haben?
Lange Zeit schon erschienen mir Bachelor-Arbeiten oft „unwissenschaftlich“ – und ich habe jahrelang keinen Weg gefunden, dieses Gefühl und seine Berechtigung aufzuarbeiten. Mit dem DBR-Projekt und der Masterarbeit habe ich mich dem Thema nähern können. Und ich lernte, dass es der HAW-Informatik nicht per se an Wissenschaftlichkeit mangelt, sondern dass Lehrende sehr zurückhaltend darin sind, ihre Lehrinhalte als wissenschaftlich zu markieren und zu präsentieren, was auf die Studierenden abfärbt und sie „wissenschaftlich“ verunsichert.
Der MHE wird berufsbegleitend und online studiert; mit Personen, Themen und Forschungszugängen in Resonanz zu treten, ist auch in diesem Modus möglich: Welche Resonanzerfahrungen haben Sie persönlich gemacht?
Mein großes Glück im MHE-Studium war, dass ich mit dem Kommilitonen Klaus, Professor in der Lehrerfortbildung in der Schweiz, einen Partner fand, sich DBR gemeinsam zu erschließen, sich ein Verständnis dazu zu erarbeiten und zu diskutieren. Ohne diese Zusammenarbeit wäre die Auseinandersetzung mit DBR sicher nicht so intensiv und folgenreich gewesen.
Wenn Sie das Potenzial des MHE für akademische und berufliche Ziele betrachten: Welche Empfehlungen können Sie MHE-Studierenden und Studieninteressierten geben?
Allen mit Bezug zur Lehre und dem Wunsch, das eigene Lehrhandeln zu reflektieren, kann ich das Studium nur sehr empfehlen. Wer an eine hochschulische Karriere denkt: So sehr hochschuldidaktische Fortbildungen gut, wichtig und hilfreich sind, der MHE qualifiziert darüber hinaus, erspart so manche Fortbildung und ist in meinen Augen ein deutliches Karriereplus. Nicht nur das: Der MHE erlaubt es auch, z.B. die eigene Lehre zu beforschen oder die eigene Disziplin wissenschaftsdidaktisch zu durchdringen. Das ermöglicht ein breiteres Forschungsprofil in Ergänzung zur eigenen Spezialisierung.